Über mich
Ich habe mit 19 Jahren die Diagnose Retinitis Pigmentosa erhalten. Damals hat sie mich nicht eingeholt. Sie ist eher an mir abgeprallt. Nicht aus Stärke, sondern weil man mit 19 andere Pläne hat, als sich mit schwindendem Augenlicht auseinanderzusetzen. Ich wollte funktionieren. Dazugehören. Mein Leben gestalten wie alle anderen auch.
Rückblickend weiss ich: Diese Zeit war geprägt von drei Phasen, die ich heute meine persönlichen drei V nenne – Verdrängen, Verlieren, Verändern.
Ich habe in der Privatwirtschaft Karriere gemacht, Verantwortung übernommen und mein Leben aktiv gestaltet. Sätze wie „Das geht nicht“ oder „Das kannst du nicht“ haben mich eher angespornt als gebremst. Ich wollte beweisen, dass vieles möglich ist, wenn man bereit ist, sich anzupassen und Umwege in Kauf zu nehmen.
Nicht um besser zu sein. Sondern weil ich zu viel Freude am Leben habe, um es nicht selbst mitzugestalten.
Heute bin ich überzeugt: Diese drei Phasen waren notwendig. Nicht angenehm, aber entscheidend. Sie haben mir geholfen, mich neu zu orientieren, mich anzupassen und Verantwortung für Veränderung zu übernehmen.
Veränderung geschieht nicht von allein. Und echte Transformation schon gar nicht.
Mit meiner Keynote möchte ich Menschen ermutigen, den nächsten Schritt zu machen – egal, ob er gross oder klein ist. Denn nur so entsteht Bewegung. Und daraus Veränderung.
Akzeptieren heisst für mich nicht aufgeben. Sondern aus dem, was ist, etwas zu machen. Auch wenn der Weg länger ist. Auch wenn er über Umwege führt.
Aufgeben ist keine Option für mich. Ich will auch heute Pläne haben, Ziele verfolgen und Perspektiven wechseln – und diesen Perspektivenwechsel nicht nur denken, sondern leben.